Von Klaus Schuster | Recherchestand: 30. September 2026
Jacqueline Aßbichler ist eine deutsche Juristin und Vorsitzende Richterin am Landgericht Traunstein. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde sie vor allem als Vorsitzende Richterin im ersten sogenannten Eiskeller-Prozess um den Tod der Studentin Hanna W. bekannt. Ihr öffentlich dokumentierter Lebenslauf reicht jedoch deutlich weiter: Sie arbeitete als Staatsanwältin, war viele Jahre Richterin in Rosenheim und München und entwickelte gemeinsam mit ihrem Sohn Vincent außerdem ein patentiertes Schutzsystem für Buchsbäume.
Table of Contents
| Merkmal | Öffentlich bestätigte Information |
|---|---|
| Name | Jacqueline Aßbichler |
| Geburtsjahr | 1968 |
| Beruf | Vorsitzende Richterin am Landgericht |
| Aktuelles Gericht | Landgericht Traunstein |
| Ausbildung | Rechtswissenschaften an der LMU München |
| Früher | Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft München II |
| Bekanntes Verfahren | erster Eiskeller-Prozess um Hanna W. |
| Weitere Tätigkeit | Mitgründerin und Erfinderin im Umfeld der JaViAs GmbH |
| Kommunale Funktion | Gemeinderätin in Stephanskirchen |
| Öffentlich bekanntes Kind | Sohn Vincent Aßbichler |
Wer ist Jacqueline Aßbichler?
Jacqueline Aßbichler ist eine bayerische Juristin mit einer langen Laufbahn in Staatsanwaltschaft und Richterschaft. Ihr Geburtsjahr ist 1968. Ein vollständiges, zuverlässig öffentlich bestätigtes Geburtsdatum ist dagegen nicht dokumentiert. Deshalb lässt sich ihr Alter im September 2026 nur mit 57 oder 58 Jahren angeben. Die Gemeinde Stephanskirchen führt sie bei der Kommunalwahl 2026 ausdrücklich als Richterin des Jahrgangs 1968. Stephan’s Kirchen
Aßbichlers beruflicher Schwerpunkt lag über viele Jahre im Strafrecht. Sie arbeitete zunächst aufseiten der Staatsanwaltschaft und später als Richterin an mehreren bayerischen Gerichten. Inzwischen ist ihr Name auch mit zivilrechtlichen Aufgaben am Landgericht Traunstein verbunden. Der veröffentlichte Geschäftsverteilungsplan des Gerichts für 2026 führt sie als Vorsitzende der 4. Zivilkammer. Justiz Bayern
Damit wäre es ungenau, Jacqueline Aßbichler 2026 nur als „Strafrichterin aus dem Hanna-Prozess“ zu beschreiben. Dieses Verfahren machte sie öffentlich bekannt, bildet aber nur einen Teil ihrer beruflichen Laufbahn ab.
Wie verlief die Karriere von Jacqueline Aßbichler?
Aßbichler studierte Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ihr juristisches Referendariat absolvierte sie in München und Traunstein. Anschließend begann ihre Laufbahn in der bayerischen Justiz. Pnp.de
Von 1995 bis 1999 arbeitete sie als Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft München II. Ab 2000 war sie am Amtsgericht Rosenheim tätig. Dort beschäftigte sie sich über viele Jahre intensiv mit Strafsachen. Ein regionales Porträt aus dem Jahr 2015 berichtete, dass sie nach fast 15 Jahren als Strafrichterin zunächst in einen zivilrechtlichen Aufgabenbereich wechselte. OVB Online
Ihre weiteren Stationen zeigen den beruflichen Aufstieg innerhalb der Justiz:
| Zeitraum | Berufliche Station |
|---|---|
| Studium | Rechtswissenschaften an der LMU München |
| 1995–1999 | Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft München II |
| 2000–Anfang 2016 | Richterin am Amtsgericht Rosenheim |
| Februar 2016–Januar 2019 | Vorsitzende Richterin am Landgericht München I |
| seit Februar 2019 | Vorsitzende Richterin am Landgericht Traunstein |
| 2020 | Übernahme des Vorsitzes der 6. Strafkammer |
| 2023–2024 | Vorsitz im ersten Eiskeller-Prozess |
| 2026 | Vorsitz der 4. Zivilkammer laut veröffentlichtem Geschäftsverteilungsplan |
Als Aßbichler 2020 den Vorsitz der 6. Strafkammer in Traunstein übernahm, hatte sie bereits rund zwei Jahrzehnte richterliche Erfahrung. Pnp.de
Was macht Jacqueline Aßbichler heute?
Nach dem für 2026 veröffentlichten Geschäftsverteilungsplan des Landgerichts Traunstein ist Jacqueline Aßbichler Vorsitzende der 4. Zivilkammer. Zu deren Aufgaben gehören unter anderem verschiedene Beschwerden in bürgerlichen und freiwilligen Gerichtssachen sowie bestimmte Entscheidungen über gerichtliche Zuständigkeiten. Justiz Bayern
Das ist für die aktuelle Einordnung wichtig: Ihre heutige richterliche Tätigkeit darf nicht einfach mit ihrer früheren Rolle im Eiskeller-Strafverfahren gleichgesetzt werden.
Welche Rolle spielte Jacqueline Aßbichler im Eiskeller-Prozess?
Jacqueline Aßbichler führte den Vorsitz im ersten großen Strafprozess gegen Sebastian T. im sogenannten Eiskeller-Fall. Das Verfahren behandelte den Tod der 23-jährigen Studentin Hanna W., die im Oktober 2022 nach einem Besuch der Diskothek Eiskeller in Aschau im Chiemgau ums Leben gekommen war.
Die 2. Jugendkammer des Landgerichts Traunstein verurteilte Sebastian T. am 19. März 2024 unter anderem wegen Mordes zu einer Jugendstrafe von neun Jahren. Aßbichler war die Vorsitzende Richterin dieser Kammer. Gegen das Urteil wurde Revision eingelegt. DIE WELT
Eine wichtige Rolle spielte dabei ein E-Mail-Austausch zwischen der Vorsitzenden Richterin und einem Vertreter der Staatsanwaltschaft über Fragen des laufenden Verfahrens. Die Verteidigung hatte deshalb bereits während des ersten Prozesses einen Befangenheitsantrag gestellt. Dieser Antrag wurde zunächst von einer anderen Kammer des Landgerichts zurückgewiesen. Innsalzach24
Später kam der Bundesgerichtshof zu einer anderen rechtlichen Bewertung.
Warum hob der Bundesgerichtshof das erste Urteil auf?
Der Bundesgerichtshof hob das Urteil mit Beschluss vom 1. April 2025, Az. 1 StR 434/24, auf. Entscheidend war die Besorgnis der Befangenheit der damaligen Vorsitzenden Richterin. Nach Auffassung des BGH hätte der entsprechende Befangenheitsantrag nicht zurückgewiesen werden dürfen. Das Urteil wurde deshalb aufgehoben und der Fall an eine andere Jugendkammer des Landgerichts Traunstein zurückverwiesen. Bundesrechtsanwaltskammer
Dabei ist eine wichtige Unterscheidung nötig: Der Begriff „Besorgnis der Befangenheit“ bedeutet nicht automatisch, dass eine Richterin nachweislich persönlich voreingenommen war. Im Strafprozess kommt es darauf an, ob objektive Umstände aus Sicht eines verständigen Angeklagten Anlass geben können, an der Unparteilichkeit zu zweifeln. Der BGH erklärte ausdrücklich, dass eine tatsächlich vorhandene innere Befangenheit dafür nicht nachgewiesen werden muss. Dejure
Diese Unterscheidung wird in verkürzten Darstellungen des Falls häufig übersehen. Seriös ist daher die Formulierung, dass der BGH das erste Urteil wegen der Besorgnis der Befangenheit und des daraus folgenden absoluten Revisionsgrundes aufgehoben hat – nicht die pauschale Behauptung, der BGH habe eine persönliche Voreingenommenheit als Tatsache festgestellt.
Wie endete der neue Eiskeller-Prozess?
Das Verfahren wurde 2025 von einer anderen Jugendkammer vollständig neu verhandelt. Jacqueline Aßbichler gehörte dieser neuen Kammer nicht an.
Am 25. November 2025 sprach die 1. Jugendkammer des Landgerichts Traunstein Sebastian T. frei. Das Gericht erklärte, dass es sich nach der erneuten Beweisaufnahme nicht davon überzeugen konnte, dass der Angeklagte für den Tod von Hanna W. verantwortlich war. Justiz Bayern
Wichtig ist auch hier eine genaue Formulierung: Das zweite Gericht stellte damit nicht abschließend fest, ob Hanna durch einen Unfall oder durch ein Verbrechen ums Leben kam. Für die Entscheidung über die Schuld des Angeklagten war eine weitere Klärung dieser Frage nach Ansicht der Kammer nicht mehr erforderlich. Der Freispruch wurde Anfang Dezember 2025 rechtskräftig. Rosenheim24
Jacqueline Aßbichler als Erfinderin: Was steckt hinter JaViAs und buxit?
Neben ihrer Tätigkeit als Richterin hat Jacqueline Aßbichler eine ungewöhnliche zweite öffentliche Rolle. Gemeinsam mit ihrem Sohn Vincent Aßbichler entwickelte sie ein mechanisches Schutzsystem gegen den Buchsbaumzünsler. Pnp.de
Die Idee entstand 2018 nach einem starken Schädlingsbefall an Buchsbäumen. Mutter und Sohn beobachteten, dass ein unbeschnittener Buchsbaum mit hervorstehenden Ästen weitgehend verschont geblieben war. Daraus entwickelte sich die Idee eines Netzes mit elastischen Spikes, das die Landung des Falters beziehungsweise dessen Eiablage erschweren soll. Das Produkt wurde später unter dem Namen buxit vermarktet. OVB Heimatzeitungen
Die Erfindung ist auch patentrechtlich dokumentiert. Beim Patent zum Schutz von Buchsbäumen vor dem Buchsbaumzünsler wurde Jacqueline Aßbichler als Erfinderin beziehungsweise ursprüngliche Schutzrechtsinhaberin geführt; später wurde das Recht auf die JaViAs GmbH übertragen. Das Europäische Patentamt führt Jacqueline Aßbichler ebenfalls als Erfinderin. Google Patents
Das Projekt erhielt mehrere Auszeichnungen. Beim Rosenheimer Gründerpreis 2023 erreichte die Entwicklung den ersten Platz. Beim MEGGLE-Gründerpreis 2024 wurde die JaViAs GmbH mit Jacqueline und Vincent Aßbichler auf dem dritten Platz ausgezeichnet; damit war ein Preisgeld von 15.000 Euro verbunden. Rosenheim24
Diese Tätigkeit zeigt einen deutlich anderen Teil ihres öffentlichen Profils: Neben ihrer juristischen Arbeit ist Aßbichler auch als Erfinderin und Mitgründerin eines regionalen Unternehmensprojekts dokumentiert.
Was ist über Alter, Familie und Privatleben bekannt?
Das zuverlässig bestätigte Geburtsjahr von Jacqueline Aßbichler ist 1968. Da kein belastbares vollständiges Geburtsdatum öffentlich dokumentiert ist, sollte für 2026 kein exaktes Alter behauptet werden. Sie ist abhängig von ihrem Geburtstag 57 oder 58 Jahre alt. Stephan’s Kirchen
Öffentlich bestätigt ist außerdem ihr Sohn Vincent Aßbichler. Mutter und Sohn entwickelten gemeinsam das Schutzkonzept gegen den Buchsbaumzünsler und werden bei der JaViAs GmbH beziehungsweise bei Gründerpreisen gemeinsam genannt. Pnp.de
Über einen Ehemann oder einen aktuellen Partner gibt es dagegen keine ausreichend belastbaren öffentlich zugänglichen Informationen, die eine eindeutige Aussage erlauben. Ebenso lässt sich aus dem öffentlich bekannten Sohn nicht seriös ableiten, dass sie keine weiteren Kinder hat.
Aus einem älteren beruflichen Porträt ist bekannt, dass Aßbichler in ihrer Freizeit gerne malt. Weitergehende private Angaben stehen öffentlich deutlich weniger im Mittelpunkt als ihre berufliche Tätigkeit. Pnp.de
Ist Jacqueline Aßbichler auch politisch aktiv?
Neben ihrer Tätigkeit in der Justiz gehört Jacqueline Aßbichler dem Gemeinderat von Stephanskirchen an. Bei der Kommunalwahl 2026 trat sie auf der CSU-Liste an. Die offiziellen Wahlergebnisse der Gemeinde weisen für sie 2.039 Stimmen aus; sie gehörte damit zu den sieben gewählten Kandidaten dieser Liste. Die Gemeinde nennt sie dabei als Richterin, Jahrgang 1968, Gemeinderätin und Einwohnerin des Ortsteils Kragling. Stephan’s Kirchen
Diese kommunale Funktion ist von ihrer richterlichen Tätigkeit zu unterscheiden. Das Richteramt und ein kommunales Mandat sind zwei unterschiedliche öffentliche Rollen.
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Häufige Fragen zu Jacqueline Aßbichler
Wer ist Jacqueline Aßbichler?
Jacqueline Aßbichler ist eine deutsche Juristin und Vorsitzende Richterin am Landgericht Traunstein. Bekannt wurde sie einem größeren Publikum vor allem durch den ersten Eiskeller-Prozess.
Wie alt ist Jacqueline Aßbichler?
Ihr bestätigtes Geburtsjahr ist 1968. Da ein vollständiges Geburtsdatum nicht verlässlich öffentlich bestätigt ist, ist sie im Jahr 2026 je nach Geburtstag 57 oder 58 Jahre alt. Stephan’s Kirchen
Ist Jacqueline Aßbichler noch Richterin?
Ja. Der veröffentlichte Geschäftsverteilungsplan des Landgerichts Traunstein für 2026 führt Jacqueline Aßbichler als Vorsitzende der 4. Zivilkammer. Justiz Bayern
Warum wurde das Urteil im ersten Eiskeller-Prozess aufgehoben?
Der Bundesgerichtshof hob das Urteil aufgrund eines Verfahrensfehlers im Zusammenhang mit der Besorgnis der Befangenheit der damaligen Vorsitzenden Richterin auf. Der Fall musste deshalb vor einer anderen Jugendkammer neu verhandelt werden. Bundesrechtsanwaltskammer
Hat der BGH festgestellt, dass Jacqueline Aßbichler tatsächlich befangen war?
Nicht in diesem Sinne. Für eine Besorgnis der Befangenheit reicht rechtlich aus, dass objektive Umstände Misstrauen gegen die Unparteilichkeit begründen können. Eine tatsächlich vorhandene persönliche Befangenheit muss dafür nicht bewiesen werden. Dejure
Wer ist Vincent Aßbichler?
Vincent Aßbichler ist der öffentlich dokumentierte Sohn von Jacqueline Aßbichler. Beide entwickelten gemeinsam das Buchsbaum-Schutzsystem buxit und werden als Gründer der JaViAs GmbH genannt. Pnp.de
Hat Jacqueline Aßbichler einen Ehemann oder Partner?
Dazu gibt es keine ausreichend belastbare aktuelle öffentliche Bestätigung. Deshalb wäre es nicht seriös, einen bestimmten Namen oder Beziehungsstatus als gesicherte Tatsache zu nennen.
Fazit: Jacqueline Aßbichler hat ein breiteres öffentliches Profil
Jacqueline Aßbichler ist nicht nur die Richterin, deren Name mit dem ersten Eiskeller-Prozess verbunden wurde. Ihre dokumentierte Laufbahn reicht von der Staatsanwaltschaft München II über das Amtsgericht Rosenheim und das Landgericht München I bis zum Landgericht Traunstein. 2026 wird sie dort im Geschäftsverteilungsplan als Vorsitzende der 4. Zivilkammer geführt. Pnp.de
Parallel dazu ist sie als Erfinderin und Mitgründerin rund um JaViAs und das Buchsbaum-Schutzsystem buxit öffentlich in Erscheinung getreten. Ihr Geburtsjahr 1968 und ihr kommunales Mandat in Stephanskirchen sind amtlich dokumentiert. Bei Angaben zu ihrem privaten Beziehungsleben fehlen dagegen belastbare öffentliche Bestätigungen – hier sollte nicht spekuliert werden. MEGGLE Group
Wer künftige Entwicklungen zu Jacqueline Aßbichler verfolgt, sollte besonders zwischen aktuellen amtlichen Angaben, älteren Berichten und unbestätigten privaten Behauptungen unterscheiden.

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